Staplerworld 01.2004



Pressebericht: Ein Herz für Handhubwagen


In der Ausgabe 01-2004 der Staplerworld, der Fachzeitschrift für Flurförderzeuge, erschien dieser Artikel, den wir Ihnen hier auszugsweise zu Verfügung stellen.


www.staplerworld.com


STW 01-2004 Rubrik 03 Handgeführte Geräte

Ein Herz für Handhubwagen

Streng genommen führen die in Deutschland jährlich verkauften 100.000 bis 120.000 Handgabelhubwagen ein eher wenig beachtetes Dasein. Bei Staplerverkäufern sind sie eine beliebte Zugabe in der gnadenlosen Preisschlacht beim Staplerverkauf, beim Kunden sind sie wenig beachtete Helfer in Lager und Umschlag und bei Speditionen fristen sie einen harten Berufsalltag auf den Ladepritschen der Trucks dieser Welt.
Vieles wird sich nicht ändern, aber in Hannover gibt es den auf Handhubwagen spezialisierten Händler Oswald Fördertechnik. Doch wie fing alles an? Dazu soll etwas ausgeholt werden. Die Platzhirsche im deutschen Handhubwagenmarkt sind Jungheinrich, Crown, Franz Kahl und selbstverständlich BT - von den vielen namenlosen Ost- und Fernostprodukten soll hier derzeit nicht die Rede sein. Kümmern wir uns um BT. Der schwedische Konzern mit Hauptsitz in Mjölby fährt wie einige andere Wettbewerber auch eine Zweimarkenstrategie. Das ist möglich, weil BT den amerikanischen Handhubwagenhersteller Lift-Rite übernahm. Dieser existiert noch heute und fertigt in den USA und in Kanada. Im Jahr 2000 beschloss man in Schweden, den Handhubwagenmarkt in Deutschland künftig mit BT- und mit Lift-Rite-Handhubwagen zu beliefern. Beide Produkte werden für Europa in Schweden gefertigt. Lift-Rite stellt neue Produkte, welche exakt den BT-Geräten entsprechen, jeweils etwa zwei bis drei Monate später als BT dem Markt vor - so ist nun auch der BT-Prolifter-Handhubwagen bei Lift-Rite unter der Bezeichnung LEC zu bekommen - technische Unterschiede gibt es keine - die Farbe differiert deutlich - sie ist gelb.

Handhubwagen und mehr

Aktivster Händler ist Christian Oswald aus Hannover, der Handhubwagen schon mal über Ebay versteigert und sich auch sonst manch interessante Aktion ausdenkt. Rund 2000 Handhubwagen plant er für das Jahr 2004. Aber Verkauf ist nur ein Teil seiner Arbeit. Oswald bietet für Handhubwagen einen Komplettcheck zum Festpreis von 45,- Euro inklusive der üblichen Verschleißteile. Dieser Service wird vor Ort ausgeführt - zum Festpreis von 100,- Euro wird der Handhubwagen aus jedem Teil der Republik per Spedition abgeholt und in Hannover wieder fit gemacht. "Handhubwagen der großen Hersteller", erklärt Oswald beim Vororttermin mit der Staplerworld, "sind qualitativ sehr gut, man erkennt das an den Schmiernippeln an Fahrwerk, Hubmechanismus und Deichsel, bei vielen Fernostprodukten gibt’s da gar nichts und entsprechend teuer kann es beim Austausch von ganzen Baugruppen werden." BT- und Lift-Rite-Produkte sind sich sehr ähnlich und Oswald mag sie beide wegen der guten Qualität, der leichten Servicesierbarkeit und des Preis-/Leistungsverhältnisses.

Das Lift-Rite Angebot

Brot- und Buttergerät ist der Handhubwagen LEC 2300 für maximal 2,3 t Nutzlast und Gabelängen von 800 bis 2000 mm. Mit 12 Hüben ist die Last angehoben - eine Quick-Llift-Funktion schafft das mit zwei bis drei Hüben, allerdings aus Sicherheitsgründen wie beim Wettbewerb auch, nur für Lasten bis etwa 150 kg - darüber geht's dann wieder mit der größeren Anzahl der Pumpbewegungen weiter. Dieser Handhubwagen liegt preislich unterhalb der Abschreibungsgrenze. Wer 250,- Euro Aufpreis zahlen möchte, bekommt den PST 5000 mit Power-Start-Funktion. STW-Leser kennen das Prinzip aus der in Ausgabe 02-2003 vorgestellten BT-Konstruktion Prolifter. Die Deichsel betätigt beim Abwärtsbewegen auf Wunsch einen Mechanismus, der das Vorderrad rund eine halbe Radumdrehung manuell antreibt und damit den Losbrechwiderstand erheblich minimiert. STW-Mitarbeiter Mark Schmiechen konnte sich von der Power-Start-Funktion vor Ort überzeugen und war begeistert. Sie funktionierte bei einer Nutzlast von rund 1100 kg einwandfrei. Auch wenn die meisten Handhubwagen durchschnittlich nicht mehr als 500 kg laden - auch da hilft Power-start perfekt.

Elektrisch wird's beim LEH/LEE 1000 - einem Scherenhubwagen mit 810 mm Hubhöhe. Das Hubaggregat wird entweder manuell oder elektrisch angetrieben - eine feine Sache, wenn direkt von der Maschine in die Gitterbox produziert wird oder schwere Kleinteile in Regale ein- und ausgelagert werden müssen. Aus Sicherheitsgründen kann der Handhubwagen nur mit etwa 150 mm angehobenen Gabeln verfahren werden.

Wer größere Strecken oder Rampen zu bewältigen hat, wird den LET 1300 wählen, der mit 1300 kg auf den Gabeln 4 km/h schnell ist. Der ohne Akku 200 kg schwere Elektrohandhubwagen wird von zwei 12-V-Akkus angetrieben und ist in den Gabellängen 910, 1000 und 1150 mm lieferbar. Zwar noch nicht der Umsatzbringer bei Lift-Rite und Oswald, aber doch eine sinnvolle Ergänzung nach oben.

Fazit:

Der Markt für handgeführte Flurförderzeuge ist in Bewegung und es bleibt spannend, denn in diesem Jahr werden sich neue Konstellationen ergeben, schließlich verändert Jungheinrich ja auch einiges. Wie sich BT und Lift-Rite am Markt etablieren werden, bleibt abzuwarten. BT sitzt fest im Sattel aber die schnuckeligen gelben Produkte aus dem gleichen Hause werden in Langenhagen mit Argwohn betrachtet. Und das von Oswald angebotene Servicepaket für Eigen- und Fremdprodukte bringt ihn nahe an den Markt und sorgt dafür, dass er genau weiß, wo er vertrieblich den Hebel ansetzen muss - zumal er sich ausschließlich auf die von vielen ungeliebten kleinen und preiswerten Helfer spezialisiert.
Autor: O. Bachmann/STW









Weitere Informationen:

Oswald Fördertechnik
Ikarusallee 22
30179 Hannover
Tel. 0511-6468690
Email: info@oswald-foerdertechnik.de
www.oswald-foerdertechnik.de

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